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Juist Net News : Auf allen Leuchttürmen sitzen Verrückte wie wir ... PDF Drucken

Weltweit findet bei den Amateurfunkern jeweils am 2. Augustwochenende der alljährliche Lighthouse-Day statt. Ziel ist es, möglichst viele Funkverbindungen zu Leuchttürmen auf der ganzen Welt zu bekommen. Seit acht Jahren gehört auch das "Juister Memmertfeuer" dazu; dorthin kamen kürzlich Mitglieder der DARC- (Deutscher Amateur-Radio-Club e.V.) Ortsverbände Hage und Papenburg....

 


Überall an den Küsten der Welt treffen sich Funkamateure um an den diversen Leuchttürmen ihre Antennen zu montieren, so auch auf Juist. Weitere Leuchttürme in der Umgebung, von denen gefunkt wird, stehen u. a. auf Norderney und Borkum sowie in Campen. "Da sitzen dann überall Verrücke wie wir in den Türmen und funken an diesem Wochenende Tag und Nacht," meint Funker Kai Siebels aus Papenburg. Gerade die Nachtstunden sind für die Funker wichtig, denn bei Dunkelheit breiten Funkwellen sich anders aus als tagsüber.

Auch für die Insel Juist hat diese Veranstaltung immer wieder einen besonderen Werbe-Effekt. Sie wird weit über die Grenzen hinaus bekannt. Die Funker erwähnen auch immer die Besonderheit des Turmes, dessen Feuer nicht zur See, sondern zum Land hin strahlt. Verbindungen nach Australien und Neuseeland sind keine Seltenheit. (Während des Pressegespräches gab es im Hintergrund gerade Funkverbindungen mit Hawaii und Namibia.) So werden im Durchschnitt jedes Jahr 1000 bis 1200 Verbindungen in alle Herren Länder gefahren. Als Besonderheit bauten die Funkamateure in diesem Jahr eine Fahrrad-Cam auf, die Bilder der Fahrten über die Insel wurden dann über ein Relais ausgestrahlt und konnten dann überall von anderen Funkern live gesehen werden.



"Ohne Kadir geht hier auf Juist nichts," stellt Siebels fest. Funkamateur Kadir Tulum (DF6BT), der auf Juist lebt, macht das ganze Unternehmen auf der Insel nämlich erst möglich. Wenn die Gäste vom Festland anreisen, ist immer schon alles im Vorfeld organisiert. Unterkünfte, die Genehmigung, den Turm zu nutzen, Stromversorgung bis hin zur Grillzange ist alles perfekt.

"Ohne die Hilfe von vielen Institutionen und Vereinen geht es aber nicht," so Kadir Tulum, "und wir können dankbar sein, auf Juist immer im offenen Armen aufgenommen zu werden." So stellen die NO.PO.NI.RE.AG als Betreiber und Gemeinde Juist als Eigentümer das "Juister Memmertfeuer" seit acht Jahren zur Verfügung, die evangelische Kirchengemeinde sorgte für Festzeltgarnituren im Funkerzelt, die Reederei Norden-Frisia gewährt eine Ermäßigung auf die Schiffsüberfahrt, und Tim Wangerin vom DARC-Orstverband Hage machte es möglich, dass die Stadt Norden das Zelt zur Verfügung stellte.



Bisher kam das Zelt vom DRK-Ortsverein Juist. Kadir Tulum, der zudem seit vielen Jahren Mitglied im Juister DRK ist, zeigt im Übrigen wenig Verständnis für die Entscheidung des Roten Kreuzes, ihr Zelt nicht mehr auszuleihen. In diesem Zelt werden die Funkgeräte, Zusatzfilter, Laptops, Antennenverteiler usw. aufgesellt und betrieben. Die freie Fläche rund um Zelt und Turm ist bei den Funkern sehr beliebt, zum einen gibt es wenig elektrische Störquellen, zum anderen ist Platz da, um neue Antennenkonstruktionen aufzubauen und auszuprobieren. So schwebte diesmal während des Funkbetriebes ein Drachen über dem Funkcamp, wobei es sich bei der Drachenschnur um eine Antenne handelte. Vor dem Zelt wurde gegrillt, denn auch die Geselligkeit kam nicht zu kurz. Ebenso stand ein gemeinsames Abendessen im "Kompass" auf dem Programm, hier konnte einem jugendlichem Funker als Anerkennung für seine bestandene Prüfung ein gespendetes Handfunkgeräte überreicht werden.

Etwas Pech hatte eine Reihe von Papenburgern, die per Motoryacht nach Juist fuhren. Nach einer Zwischenstation auf Borkum hatte das Schiff auf dem Weg nach Juist Grundberührung und musste mit einem Ruderschaden umkehren. Sechs Funker aus dem Emsland kamen dann trotzdem noch per Flugzeug zur Insel.



Erstmalig nahmen sehr viele Jugendliche an dem Funkwochenende teil. "Junge Menschen und Stimmen beleben die Frequenzen," so Kai Siebels. Besonders im DARC-OV Papenburg wird eine sehr aktive Jugendarbeit betrieben, die jetzt Früchte trägt. Dabei kommt den Funkamateuren entgegen, dass man die Funkerlizenz nunmehr nicht erst mit 18 Jahren, sondern bereits ab 13 erwerben kann. "Ich bin leider immer noch der einzige Amateurfunker auf Juist," bedauert Kadir Tulum, der seit 1978 die Lizenz zum Funken hat. Wenn es junge Leute auf Juist gibt, die Interesse am Funken haben, sollten diese sich bei Kadir melden.

Unsere Fotos zeigen die Teilnehmer des diesjährigen Ligthhouse-Day auf Juist, den Juister Funker Kadir Tulum, das Funkzelt vor dem Leuchtturm und das Fahrrad mit der fahrbaren Webcam.
JNN-Fotos: DD1GO

Weitere Fotos vom Ligthhouse-Day auf Juist finden Sie auf der Internet-Seite vom DARC-Ortsverband Papenburg unter www.i57.de
 
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